Es wird erzählt, dass ein Mann aufgeregt zu einem weisen alten Lehrer lief. „Ich muss dir unbedingt etwas über einen anderen Menschen erzählen!“ Der Weise hob die Hand und sagte: „Bevor du sprichst, lass uns deine Worte durch drei Siebe prüfen.
Das erste Sieb ist die Wahrheit: Weißt du sicher, dass das, was du erzählen willst, wahr ist?“ Der Mann zögerte. „Nicht genau. Ich habe es nur gehört.“
Dann das zweite Sieb: die Güte. Ist das, was du sagen möchtest, etwas Gutes?“ Der Mann schüttelte den Kopf. „Eigentlich nicht.“
„Dann bleibt das dritte Sieb: die Notwendigkeit. Ist es notwendig, dass du es mir erzählst?“ Der Mann wurde still. „Nein, nicht wirklich.“
Da sagte der Weise: „Wenn es weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, dann es lass los.“
Gerade in einem Haus, in dem viele Menschen eng zusammenarbeiten, spielen Worte eine große Rolle. Worte können entlasten oder belasten. Sie können heilen oder verletzen. Und oft sind es die kleinen Sätze, die darüber entscheiden, ob jemand sich gesehen oder übergangen fühlt.
Vielleicht kann uns diese Geschichte am Anfang der Woche daran erinnern, achtsam miteinander umzugehen, im Team, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, mit Angehörigen.