Wir halten einen Augenblick inne und lassen die Aufgaben des Tages kurz ruhen und lenken unseren Blick auf das Kleine und Unscheinbare, das oft übersehen wird.
Das Gänseblümchen kennen wir alle. Es wächst auf vielen Rasen, am Wegesrand und in noch so kleiner Pflastersteinritze. Es ist keine Blume, von der man lange entzückt ist. Sie ist keine edle Rose und keine auffällige Mohnblume. Es ist klein, bescheiden, dafür aber extrem widerstandsfähig. Man kann darauf treten, man kann sie abmähen, aber schon bald ist sie wieder da. Aufrecht hält sie ihre Blüte der Sonne entgegen, als ob nichts geschehen wäre.
Auch in unseren Häusern geschieht vieles, was täglich geleistet wird, im Stillen, im Unscheinbaren. Kein Rampenlicht beleuchtet das tägliche Tun und doch halten alle Tätigkeiten von uns den gesamten Betrieb zusammen und am Laufen.
Manchmal geht es im Dienst auch stürmisch zu, Belastungen und Zeitdruck fühlen sich an, als würde man zu Boden gedrückt werden. Das Gänseblümchen erinnert uns an die Resilienz, an die Kraft, sich immer wieder neu aufzurichten. Als Team sind wir wie eine Wiese voller Gänseblümchen. Jeder und jede bringt sich mit der jeweiligen Tätigkeit ein. Zusammen bilden wir einen Blütenteppich, der unseren Bewohnerinnen und Bewohnern Halt und Heimat gibt.
Gott, du siehst die vielen Dinge, die wir tun, auch wenn sie für viele unsichtbar sind. Schenke uns Ausdauer und Kraft, dass wir uns immer wieder aufrichten und neu anfangen, wenn wir uns niedergedrückt fühlen. Danke, dass du uns begleitest. Amen.