Heute geht es um eine besondere Blume, die einen außergewöhnlichen Namen hat: die „Jungfer im Grünen“. Sie hat hellblaue oder weiße Blüten, die von einem feinen filigranen Kranz aus zarten Blättern umgeben sind. Es sieht aus, als wäre die Blüte von einem schützenden Nest umgeben und eingebettet in ein grünes Kleid, das die Blüte schützt und trägt.
Blicken wir in diesem Zusammenhang auf uns. Wir versuchen in unserem täglichen Tun Menschen durch ihren Alltag zu tragen, ihnen Halt zu geben. Aber auch als Team kann das Bild dieser Blüte gelten. Die Anforderungen sind hoch, wir brauchen auch einen Schutzmantel, gerade dann, wenn es einem Kollegen, einer Kollegin nicht gut geht, wenn ein schwerer Tag ansteht, wenn Situationen viel Kraft erfordern. Dann hält das Team zusammen und bilden ein Netz, das trägt.
Die Jungfer im Grünen hat noch etwas Besonders an sich: Wenn die Blüte verblüht ist, entsteht eine Kapsel, in der tiefschwarze Samen reifen. Es ist der sog. Schwarzkümmel, der seit Jahrhunderten als Heilmittel geschätzt wird. Aus der zarten Schönheit entsteht am Ende etwas, das Heilung, Linderung und Kraft bringt. Auch unsere Arbeit hinterlässt Spuren, die weit über den Moment hinausgehen. Jedes tröstende Wort, jeder Schutz, den wir schenken, ist wie ein guter Same, der im Herzen der Menschen nachwirkt und gut tut.
Gott ist für uns ein Schutzraum, zu dem wir immer gehen können, wenn der Alltag stürmisch ist. Er gibt uns Geborgenheit und Heil, das ausstrahlt auf die Menschen, um die wir uns kümmern.
Nehmen wir diese Blüte als Bild mit in unsere Arbeit und vielleicht sieht der eine oder die andere irgendwann die Jungfer im Grünen, die im Spätfrühling und Sommer gern an unscheinbaren Stellen wächst, wie am Rand eines Feldes.