Stellen wir uns folgende Situation bildlich vor Augen. Mose sieht in der Wüste einen am Berg Horeb brennenden Dornbusch. Er wundert sich sehr und Furcht spiegelt sich in seinem Gesicht. Aber die Neugier überwiegt und er geht auf diesen Dornbusch zu, der - trotz der Flammen - nicht verbrennt. Bevor er den Dornbusch erreicht, hört Mose die Stimme Gottes rufen: „Komm nicht näher heran. Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ - Was mag uns diese Situation aus dem Alten Testament heute sagen?
Heilig ist nicht nur dieser eine Ort der Wüste, der Berg Horeb. Heilig ist jeder Platz, an dem Gott uns begegnet durch andere Menschen, durch unsere Tätigkeit. Immer, wenn wir für andere da sind, sei es für Menschen, sei es für die Schöpfung in ihrer Fülle, betreten wir heiligen Boden. Wie Mose können wir uns innerlich vorstellen, unsere Schuhe auszuziehen, um sich dessen bewusst zu werden, wo ich gerade bin, welch kostbaren Momente ich gerade erleben darf und erleben werde. So werde ich aufmerksamer und achtsamer in meinem alltäglichen Tun. Mag die Situation auch herausfordernd sein: Es eröffnen sich Chancen und Möglichkeiten, in dieser Situation auf dem Fleckchen Erde, auf dem ich stehe, etwas Gutes zu schaffen, den Boden dafür zu bereiten, dass ein heiliger Moment entsteht, der bleibt.
Gott, öffne unsere Augen für Deine Gegenwart und schenke uns Achtsamkeit und Respekt für die Begegnung mit Mensch und Tier und aller Schöpfung, denn dann betreten wir heiligen Boden.