Im Jahre 1219 fand in Damiette in Ägypten eine besondere Begegnung statt. Der heilige Franziskus war damals in Ägypten unterwegs und begegnete dem Sultan al-Malik al Kamil Muhammad, ein Neffe des berühmten Saladin. Es war zur Zeit der Kreuzzüge und diese Begegnung ist daher außergewöhnlich. Während auf beiden Seiten Krieg geführt wurde, suchte Franziskus das Gespräch. Es ist nicht eindeutig überliefert, was genau die beiden besprachen, doch soll das Gespräch auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt geschehen sein. So heißt es auch in der Ordensregel des Franziskus, dass allen Menschen mit Frieden und Demut im Herzen zu begegnen sei. Diese Begegnung mit dem Sultan wird in verschiedenen Bildnissen in Assisi und Umgebung dargestellt.
Mit Blick auf diese damalige Situation ist ein weiterer Punkt im Dekalog für den Frieden zu nennen, den die Vertreter der Weltreligionen formulierten: „Wir verpflichten uns, die Verantwortlichen der Nationen dazu aufzufordern, auf nationaler wie internationaler Ebene alle Anstrengungen zu unternehmen, damit auf der Grundlage der Gerechtigkeit eine Welt der Solidarität und des Friedens erbaut und gefestigt wird.“
In einem Kirchenlied heißt es: „Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung. Waffen werden umgeschmiedet und ein Friede ist da.“
Wie kann ich loslassen von meinen Vorurteilen und Ängsten, die mir die Gelassenheit nehmen, offen auf andere zuzugehen? Wie kann ich Momente schaffen, in denen Frieden in meinem kleinen Umfeld entstehen kann?