Der Sonnengesang des heiligen Franziskus von Assisi ist ein mittelalterlicher poetischer Text und wurde zu einem Stück Weltliteratur. Franziskus hat die Verse dieses Liedes im Winter 1224/25 gedichtet. Er wohnte zu dieser Zeit in einer Hütte im Garten von San Damiano bei den Schwestern der Hl. Klara. Seine körperliche Verfassung war schlecht, er erblindete zunehmend und spürte, dass sein Ende nahe war. In diesem Jahr feiern wir seinen 800. Todestag, weshalb viele in diesem Jahr nach Assisi pilgern.
Die ganze Schöpfung ist für Franziskus Schwester und Bruder. Pflanzen, Tiere, Menschen, Feld, Wald, Himmel, Sonne, Mond und Sterne – alles sind Geschwister in den Augen dieses Heiligen. Selbst den Tod nennt er seinen „Bruder“.
Unsere Mutter Erde gibt uns viel. Wir sind lebensnotwendig eingebunden in den Kreislauf der Schöpfung. Dazu kann uns die Schönheit der Schöpfung erfreuen, trösten und aufrichten: das Maigrün der Bäume, die Fülle und Farbenvielfalt der Blüten, das Schwirren der Insekten und Schmetterlinge, die Wärme der Sonne, die Erfrischung bei Regen.
Loben wir zusammen mit Franziskus:
Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen.
Gelobt seist du für unsere Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte
hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.