Fastenzeit als Einladung zur inneren Erneuerung
In der Fastenzeit, der 40 Tage dauernden Vorbereitung auf Ostern, sind die Gläubigen aufgerufen, als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung auf Dinge zu verzichten, die ihnen angenehm und lieb sind.
Doch die Fastenzeit ist mehr als das Einhalten von Vorschriften. Sie ist vor allem eine Einladung an alle Menschen, sich innerlich wie äußerlich zu fragen: Was trägt mein Leben wirklich? Wovon lebe ich – und wofür? Wo bin ich vielleicht satt geworden an Gewohnheiten, die mein Herz nicht erfüllen? Und wo ruft Gott mich zu mehr Freiheit, zu mehr Liebe, zu mehr Vertrauen?
Innerlich wie äußerlich zur Ruhe kommen.
Fasten will nicht klein machen, sondern öffnen. Wer bewusst verzichtet, schafft Raum – Raum für Stille, für das Gebet, für das Wort Gottes, für den Mitmenschen. Es ändert den Blick- es geht nicht nur um den Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten, sondern um den Verzicht auf Lieblosigkeit, Gleichgültigkeit und Unversöhnlichkeit. Die 40 Tage sind eine Schule der Achtsamkeit: gegenüber sich selbst, gegenüber den Anderen und gegenüber Gott.
So wird die Fastenzeit zu einer Zeit der Umkehr – nicht im Sinne eines moralischen Drucks, sondern als Einladung zur Neuausrichtung. Sie bereitet auf das Osterfest vor, auf die Feier der Auferstehung Jesu Christi, die Hoffnung schenkt über Schuld, Leid und Tod hinaus. Wer sich auf diesen Weg einlässt, kann erfahren, dass im Loslassen neues Leben wächst.
Diese Erfahrung wünschen wir Ihnen in dieser Fastenzeit 2026 von Herzen!
Auf das Wesentliche richten
Zeit, zu fasten, mich festzumachen.
Zeit, in der ich Halt gewinne,
in der ich mich festige im Glauben,
in der ich meine Gedanken
ausrichte auf das Wesentliche.
Zeit,
in der ich meine Hoffnung setze
auf den, der mich trägt und hält.
© Gisela Baltes