Die Zeit. Wir messen sie, wir erfahren sie. In der Zeit wachsen wir, entwickeln wir uns, altern wir. Wir erleben Langeweile, wir empfinden etwas als „zeitlos“, wir vergessen die Zeit, wir sehnen uns nach „alten Zeiten“. Es gibt den Zeitraffer, die Zeitlupe. Und wer würde nicht gerne einmal eine „Zeitreise“ machen?
Und doch ist die Zeit niemals erfahrbar ohne Raum. Zu jedem Zeitpunkt befinde ich mich an einem bestimmten Ort. Verbringe ich an einem Ort viel Zeit ohne Bewegung, wird mir die Zeit lang. Bewege ich mich jedoch viel, gehe an andere Orte, verfliegt die Zeit schnell. Die Verflechtung von Zeit und Raum kommt auch zum Ausdruck in dem Begriff „Zeitraum“.
Das Merkwürdige daran ist, dass uns immer nur das Jetzt, der jetzige Augenblick, wirklich zur Verfügung steht. Das Vergangene ist vorüber, das Zukünftige noch nicht da. Aber aus dem Jetzt strömt die Vergangenheit, und im Jetzt lege ich durch meine Handlungen die Samen für die Zukunft. So ist Zeit einer der paradoxesten, gleichzeitig einer der selbstverständlichsten Faktoren, die unser Leben bestimmen.
Was also ist Zeit? Zeit ist vor allem: Leben. Zeit ist kostbar, jeder einzelne Moment. Zeit, geschenkt von Gott – Jetzt.
hören
Ich sage:
Bitte gib mir Zeit
Zeit zum Tun und Zeit zum Lassen
Zeit zum Wachen und Zeit zum Schlafen
Zeit zum Gehen und Zeit zum Stillstehen
Zeit für mich und Zeit für andere
Zeit zum Jungbleiben und Zeit zum Altwerden
Du sagst
Du hast alle Zeit der Welt
Stunden, Tage, Jahre
sie gehören dir
Nutze sie
aber halte sie nicht fest
Fülle sie aus
aber stopfe sie nicht zu
Genieße sie
aber trinke sie nicht leer
Spiel mit ihnen
aber verspiele sie nicht
Ein Fluss ist deine Zeit
der einmal mündet
in meine Ewigkeit